Je suis Charlie – Terror gegen Pressefreiheit

am 07. Januar 2015 erschüttert ein Terroranschlag gegen eine Redaktion ganz  Paris. Nicht nur Paris, ganz Frankreich. Nicht nur Frankreich. Ganz Europa. Nicht nur Europa. Die ganze freiheitliche Welt.

Der Anschlag forderte zwölf Tote und zahlreiche Verletzte. Opfer waren Karikaturisten und Redakteure eine Satire-Zeitschrift. Diese hatten immer wieder verschiedenste Glaubensrichtungen karikiert. Schon einmal wurden sie Opfer eines Brandanschlages, weil sie Mohammed-Karikaturen veröffentlicht hatten. Es wird vermutet, dass auch diesmal die Täter radikale Islamisten waren, die glauben, mit einer solchen Tat Ihren Gott oder Propheten verteidigt zu haben.

Diesem Irrglauben, dass man die Ehre Gottes durch Terror wiederherstellen könne, sind in der Vergangenheit auch Christen erlegen. Man könnte sich fragen: was ist das für ein Gott, der sich nicht selbst verteidigen kann? Oder: wie kann man einen Gott ehren, indem man Gräueltaten begeht? Diese Fragen müssen sich alle drei monotheistischen Weltreligionen stellen lassen! Ein Blick ins Alte Testament mit der Frühgeschichte Israels, ein Blick ins frühe Mittelalter, wo aus der verfolgten christlichen Kirche eine verfolgende wurde und ein Blick in die Gegenwart, wo radikale Islamisten ein Zerrbild des Islam abgeben: all das zeigt beschämende Attacken auf die Menschlichkeit und den (erfolglosen!) Versuch, einen Gott zu verherrlichen. Gewalt und Terror ehren keinen Gott! Sie machen die jeweilige Religion eher suspekt, nicht anziehend, sondern abstoßend.

Auch wenn eine Karikatur nicht von jedem lustig gefunden wird: es muss in einer freiheitlichen Gesellschaft möglich sein, die Meinungs- und Pressefreiheit hoch zuhalten. Ich bin auch Theologe und freue mich dennoch über Kirchen- und Pfarrerwitze ganz besonders. Und selbst wenn meine persönliche Glaubensüberzeugung Zielscheibe einer Satire würde: ich würde mich dafür einsetzen, dass diese Satire nicht verboten wird, soviel Toleranz muss sein!

JE SUIS CHARLIE !

© Matthias Dauenhauer

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