Was ist Altern?

Altern ungute Gewohnheit

Heute war ich zur Vorsorge beim Arzt. Dienst hatte ein gut gelaunter, hoch motivierter, freundlicher und kompetenter Herr, der Vorgänger der jetzigen Inhaber. Ich vermute, dass die eigentlichen Inhaber wegen Schulferien mit den Kindern verreist sind. Gut so.
Der freundliche Mann verriet mir, dass er bald 73 würde. Ich hätte es ihm nicht angesehen. Wir unterhielten uns kurz darüber, was ich so für meine Gesundheit tue. Da war er wirklich sehr interessiert. Dann berichtete er, was er tue und dass er früher nach Feierabend nie die „Füße hochgelegt hätte“.
Ich mag solche Menschen, die mir vermitteln, dass sie mitten im Leben stehen und das diese Mitte, in der sie sich wohl fühlen und aktiv sind, nicht durch ihr Alter definiert wird.
Ich fürchte, wir haben viel zu oft verzerrte Bilder vom Alter oder von alten Menschen. Und diese Bilder in unserem Kopf verhindern nicht nur, dass wir alten Menschen (ich verwende jetzt sehr bewusst nicht den Komparativ, dann sind sie ja noch älter) unvoreingenommen begegnen. Es verhindert auch, dass wir uns ein positives Bild von unserem eigenen Altern, von uns im Alter machen. Aber ein solches positives Bild braucht es, um gut dahin zu kommen.
Ich halte es als tägliche Übung, mir mein Alter vorzustellen. Mein Bild ist folgendes:
Ich sitze mit meinem Mann auf einer Bank. Wir sind beide alt und haben weiße Haare. Die Bank steht an einem Hang – vielleicht in den Weinbergen – von dem aus man einen schönen Blick ins Tal hat. Wir tragen freundliche, helle Kleidung, halten Händchen, unterhalten uns und schauen froh und zufrieden ins Tal. Der Ort, an dem wir sitzen, ist höher als die Ortschaft. Also bedurfte es schon einer gewissen Fitness, um zu Fuß dort hin zu gelangen. Und nach diesem Spaziergang dort hinauf ruhen wir uns auf der Bank in der Sonne aus.
Dieses Bild vermittelt mir vieles:
– Wir sind noch immer zusammen.
– Wir sind körperlich in der Lage, solche Spaziergänge zu machen. Dazu brauchen wir keine Hilfsmittel.
– Wir lieben uns noch immer (halten Händchen) und sind mit dem Leben zufrieden.
– Wir kommen raus, nehmen am Leben draussen noch Anteil.
– Wir unterhalten uns, also haben wir uns immer noch was zu sagen.
Ich finde das ein positives Bild vom Alter. Da ist nichts, was mir Angst macht oder Sorgen bereitet.
Wenn ich so fit bin, wie ich es mir vorstelle, kann ich das dann hier berichten 😉

Autor: Ulrike Dauenhauer – http://www.doppelpunkt-praxis.de

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