Eine folgenschwere Entscheidung

Jeder übermütige Sieger arbeitet an seinem Untergang. (Jean de la Fontaine) - www.doppelpunkt-praxis.de

Am 16. Dezember 1991 sank im Roten Meer Nahe der Bucht von Safaga ein Fährschiff. Es war eine stürmische Nacht. Die Salem Express hatte viele Passagiere an Bord, welche von einer Pilgerfahrt aus Mekka zurückkamen. Nur rund 200 Überlebende wurden nach dem Unglück gezählt. Mindestens 700 Passagiere ertranken nach offiziellen Angaben. Vermutlich waren aber noch hunderte weitere Pilger an Bord, die gar nicht registriert waren.

Wir durften im September einen Tauchgang zum Wrack der Salem Express unternehmen. Es liegt in einer Tiefe von 20 bis 30 Metern auf seiner Steuerbordseite. Das Wrack wurde offiziell zum Grab erklärt, weil nicht sichergestellt werden konnte, dass alle Leichen geborgen worden waren. Darum ist das Hineintauchen verboten. Aber auch das Drumherum-Tauchen ist spannend. Das Wasser ist klar und man hat eine Sicht von ca. 30 Metern. Allerdings verblassen die Farben in dieser Tiefe, wie auf dem Foto gut zu erkennen ist. Das gibt diesem nicht geborgenen Schiff einen leicht unheimlichen Charakter. Interessant ist auch, wie nach einem knappen Vierteljahrhundert die Natur sich ihre Welt zurück erobert. Das Wrack wurde für viele Fische und Korallen eine neue Heimat.

Wir haben uns gefragt, wie es zu dieser Tragödie kommen konnte. Die moderne Technik mit GPS, Tiefenmesser und Radar sollte Unglücke dieser Art eigentlich ausschließen! Der Kapitän soll nach Berichten Ansässiger sogar aus Safaga gestammt haben. Er kannte diese Bucht wie seine Westentasche und war sich sicher, dass er die offizielle Schifffahrtsroute verlassen konnte, um eine Abkürzung zu nehmen. Es wurde für viele eine Abkürzung ihres Lebens. Er rammte ein vorgelagertes Riff. Wasser drang rasend schnell in den Innenraum der Fähre. Das Schiff sank binnen 10 Minuten. Der Kapitän war sich seiner Sache sehr sicher gewesen. Zu sicher! Er hat sich und sein Können überschätzt. Ein Übermut, der zum Untergang führte.

Ob der Kapitän im Sinne des Zitates ein Sieger oder gar ein übermütiger Sieger gewesen ist, lässt sich schwer beurteilen. Fakt ist, dass seine Fehleinschätzung zum Untergang geführt hat. Wo verläuft die Grenze zwischen mutig sein und übermütig sein? Zwischen etwas wagen („Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!“) und etwas aufs Spiel setzen? Und macht es einen Unterschied, ob ich ein Risiko eingehe, das nur mich selbst betrifft, oder auch andere Menschen? Wo beginnt und wo endet meine Verantwortung?

Mut wird als erstrebenswerte Tugend dargestellt. Übermut (gr. Hybris; lat. superbia) dagegen als Laster. In der milden Form als Leichtfertigkeit, in gesteigerter als Tollkühnheit.

Ich hoffe, dass es mir zukünftig immer gelingen wird, mutig zu sein, wo es die Situation erfordert (z.B. Zivilcourage zu zeigen), aber vor Übermut bewahrt zu bleiben, insbesondere wenn andere Menschen durch meine Entscheidung maßgeblich betroffen oder gar gefährdet sind.

© Matthias Dauenhauer – Praxis Doppelpunkt

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Ballast abwerfen

Das Leben ist wie eine Ballonfahrt. Manchmal muss man erst Ballast abwerfen, um wieder steigen zu können. - www.doppelpunkt-praxis.de

Ich bin noch nie Ballon gefahren, leider. Aber ich stelle es mir sehr schön vor. Und wenn das also eine Metapher für das Leben ist, dann gefällt mir das. Beim Ballon fahren genießt man herrliche Aussichten, ist es vielleicht auch mal ganz schön kalt, dafür hat man einen guten Überblick und zwar rundherum! Wenn es im Leben auch so ist, läuft schon vieles richtig gut.

Viele kennen aber dieses Gefühl, dass der Lebensballon nicht so recht aufsteigen will. Oder er war schon höher und scheint nun zu sinken oder sinkt tatsächlich. Dann ist dieses Bild vom abzuwerfenden Ballast sicher treffend. Die Frage ist oft nur, was ist der Ballast? Ich will doch nicht die wichtigen, hilfreichen Dinge über Bord werfen. Und wie unterscheide ich das Eine vom anderen?

Ich habe den leisen Verdacht, dass viele Menschen da unter vielen eher unnötigen und belastenden Dingen noch Werte vermuten und sich deswegen schwer tun. Die wirklich wertvollen Dinge sind – so glaube ich – den meisten Menschen wohl bewusst. Die Gefahr, diese fälschlicherweise zu verabschieden, halte ich eher für gering.

Unter Ballast lässt sich viel verstehen:
– Glaubenssätze, die einen selbst schwächen
– Selbstverpflichtungen, weil man etwas von sich erwartet
– Verpflichtungen, die man fühlt, aber vielleicht gar nicht wirklich hat
– Traditionen, die keinen Inhalt mehr haben
– Freundschaften, die dieses wertvolle Prädikat nicht mehr verdient haben
– Menschen, die einem versuchen einzureden, man könne etwas nicht
oder werde etwas nicht erreichen oder die einen sonst klein machen
– Unnötiger Besitz, alte Dinge, von denen man sich nicht lösen kann
obwohl man sie wirklich nicht mehr braucht.
– Was fällt Euch noch ein?

Wenn ich alte, nicht mehr (oder vielleicht sogar noch nie gültige) Glaubenssätze über Bord werfe, wird mein Leben schon leichter. Wenn ich aufhöre, mich für Dinge verantwortlich zu fühlen, für die ich es nicht bin, wird mein Kopf freier. Wenn ich Abstand nehme von Menschen, die an mir und meinen Möglichkeiten zweifeln, mir Schlechtes einreden und mich klein machen, werde ich wieder mutiger. Und auch Besitz kann belasten. Aller Besitz existiert auch in meinem Kopf. Dort fordert die „Verwaltung“ dieser Dinge Raum. Es kann ungemein entlastend sein, sich von solchen Dingen zu befreien.

Es lohnt sich, darüber nachzudenken, welchen Ballast man trägt und welchen man noch tragen will. Es muss ja nicht gleich alles auf einmal sein. Aber wer erste Erfahrungen damit gemacht hat, sein Leben so zu verändern, wird erleben, wie wohltuend und befreiend es ist, sich von Altlasten zu lösen. Meist ruft das dann nach Wiederholung, weil es so gut tat.

Autor: Ulrike Dauenhauer – Praxis Doppelpunkt

Was ist eigentlich Glück?

Glück lässt sich nicht erzwingen. Aber es hat für Hartnäckige sehr viel übrig. - www.doppelpunkt-praxis.de

Die Vorstellungen der Menschen vom Glück sind äußerst verschieden. Es gibt eine Reihe von Büchern zum Thema und vermutlich ist es in denen auch nicht vollständig erfasst und erklärt. Nach meiner Erfahrung verbinden viele Menschen Glück mit Zufall. Zufall aber ist etwas, worauf ich keinen Einfluss habe. Meiner Meinung nach ist Glück aber durchaus etwas, worauf ich Einfluss nehmen kann.

Bei Wikipedia fand ich, dass Glück von mittelniederdeutsch gelucke/lucke (ab 12. Jahrhundert) bzw. mittelhochdeutsch gelücke/lücke kommt und in seiner Bedeutung klar macht, dass es darum geht, wie etwas ausgeht bzw. endet. Demnach ist Glück vom Ursprung her der günstige Ausgang einer Sache oder Unternehmung.

Wenn es beim Glück aber darum geht, wie etwas endet, dann wird mein Einfluss sehr wohl deutlich. Und da setzt der Spruch an: Glück lässt sich nicht erzwingen. Aber es hat für Hartnäckige sehr viel übrig. Ich kann also aktiv zu meinem Glück beitragen. Einfach darauf zu warten, dass es mir in den Schoß fällt, ist demnach die ungünstige Variante, zum Glück zu finden.

Dranbleiben ist die Devise!

Wenn ich glücklich werden will, bedeutet das, immer wieder aktiv zu werden, nach Rückschlägen nicht aufzugeben, sich selbst zu motivieren, Ziele fest im Blick zu behalten oder immer wieder neu den sich ändernden Umständen anpassen. Glücklich werden und bleiben heißt: aktiv sein und Verantwortung übernehmen.

Von der Größe des Glücks ist hier gar nicht die Rede. Es kann bei alledem auch um das Glück im Unglück gehen oder um all die kleinen Momente, die ein Tag mit sich bringt, die es nur wahrzunehmen gilt. Und auch das, diese Momente bewusst wahrnehmen wollen, ist eine Form des aktiv am Glück Mitwirkens.

Mit einem Tagebuch der guten Momente kann ich lernen, meine Wahrnehmung für diese Augenblicke zu schärfen und meinem ganz persönlichen Glück auf die Sprünge helfen. In dieses Tagebuch werden nur stichwortartig all die kleinen Glücksmomente notiert, die sich am Tag ereignet haben. Das können auch Dinge sein, die sich täglich wiederholen. Glück wird ja durch Wiederholung nicht wertlos. Wer solch ein Buch mal einige Monate führt, lernt, das kleine Glück im Alltag wahrzunehmen und gewinnt so mehr Zutrauen dahinein, dass auch mehr Glück möglich ist, wenn man beginnt, sich dafür einzusetzen. Ich habe es lange geführt, und es hat mich glücklich gemacht!

Autor: Ulrike Dauenhauer – Praxis Doppelpunkt

Vergangenheitsangst oder Zukunftsfreude?

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben. (Albert Einstein) - www.doppelpunkt-praxis.de

In unserer Praxis erzählen viele Menschen von Dingen, die ihnen passiert sind – also in der Vergangenheit liegen – die sie heute noch belasten. Bisweilen sind diese Erlebnisse so wesentlich für diese Menschen geworden, dass sie die Zukunft (fast) nur noch durch die Brille der schlechten Vergangenheit sehen. Sie berichten von dem was war, und ich kann oft bei diesem Erzählen beobachten, dass der Erzähler das genau wieder zu erleben scheint. Somit wird durch das wiederholte Berichten der schlechten Erfahrung diese immer weiter im Gedächtnis verfestigt. Es fällt immer schwerer, die Zukunft als Möglichkeit wahrzunehmen, die nicht zwangsläufig durch die Vergangenheit vorbestimmt ist.

Es ist schon richtig, dass wir uns auch mit der Vergangenheit beschäftigen und sie möglicherweise nicht aus dem Blick verlieren sollten. Gerade was die aktuelle politische Situation angeht, halte ich das Wachhalten der Vergangenheit für essentiell, um die Zukunft besser zu gestalten.

Grundsätzlich bin ich aber davon überzeugt, dass ein Blick in die Zukunft wichtig ist für die nächsten Schritte, die ich vor mir habe. Ich halte es für wichtig, mich für die Möglichkeiten zu öffnen, die mir gegeben sind und zu schauen, wie ich das Beste daraus machen kann. Wenn ich dabei aber stets durch verdunkelte Brillengläser schaue, weil die Vergangenheit schlecht war – was immer das im Einzelfall bedeuten mag – so wird es schwer, die Zukunft als Möglichkeit der Verbesserung, als Zeit größerer Zufriedenheit, als Ort intensiveren Glücks zu erdenken. Und was ich nicht erdenken kann, wird mir unmöglich, es zu erschaffen. An der Zukunft kann ich aber mitwirken. Also lohnt es sich, genau hinzuschauen und positive Ziele darin zu visualisieren, um sie so möglich zu machen.

Autor: Ulrike Dauenhauer – Praxis Doppelpunkt

Entfernung ist eine Illusion

Liebe ist, wenn man trotz der Ferne die Nähe spürt. - www.doppelpunkt-praxis.de

So warb vor mehr als 15 Jahren Nokia für seine Mobiltelefone. Mir hat dieser Spruch damals sehr gefallen. Das Bild zeigte zwei sich anschauende Menschen, also zwei Profile. Auf dem Bild waren die sich natürlich nahe. Wie hätte man das auch sonst bildlich darstellen wollen. Aber es sollte zeigen, dass Liebe Entfernungen überwinden kann – in diesem Werbefall natürlich mit der Technologie dieses Herstellers.

Nähe und Distanz sind wichtige Größen in einer Beziehung. Jeder Mensch hat da andere Bedürfnisse. Und diese unterschiedlichen Bedürfnisse zweier Menschen, die ein Paar sind, in Deckung zu bringen, kann manchmal schwierig sein. Wieviel Entfernung kann ich vertragen, während ich noch die Liebe spüre? Hier könnte die Antwort problematisch werden, wenn ich dabei die Vorstellung habe, dass ich die Liebe des anderen zu mir spüren soll. Ich bin zwar sicher, dass ich die Liebe des anderen auch über große Entfernungen spüren kann, aber wie wäre es, wenn ich mal mit meiner eigenen Liebe für den anderen anfange? Muss ich den anderen sehen oder hören, um meine Liebe zu ihr/zu ihm noch zu spüren?

Ich erlebe in den letzten Jahren zunehmend, dass Menschen an der Liebe des anderen zu zweifeln beginnen, wenn sie nicht ausreichend Nähe über das Smartphone spüren. Da schreiben sie dem geliebten Menschen eine Nachricht per Whatsapp. Dann wird ständig kontrolliert, wann der andere online war. Und wenn dann gesehen wird, dass der andere online war, aber dem Sender noch nicht geantwortet hat, beginnt für diese Menschen schon der Stress im Kopf: Was tut dieser Mensch? Mit wem hat er da über Whatsapp Kontakt? Warum schreibt er/sie da, mir aber nicht? Bin ich noch wichtig? Liebt er/sie mich noch? Das Smartphone wird zum Dauerkontrollinstrument und macht damit die Beziehung eher schwieriger als entspannter.

Hier – finde ich – wird das gesunde Maß an Nähe und Distanz verlassen, und meistens leiden beide darunter. Es wird eine Form von Nähe erwartet, die für keinen gesund ist, die keinen Freiraum lässt, die somit den anderen einengt, statt im den nötigen Lebensraum zu lassen. Und zu dem nötigen Lebensraum gehört immer auch ein Stück Lebenszeit, die nur mir gehört.

Oder wenn der andere was ohne mich unternehmen will oder zu anderer Zeit ins Bett gehen will. Auch hier beginnen bereits Krisen und fangen manche Menschen an, an der Liebe zu zweifeln.

Liebe meint aber nicht Selbstaufgabe für ein gemeinsames Wir. Liebe meint Dynamik zwischen zwei Ich.

Autor: Ulrike Dauenhauer – Praxis Doppelpunkt

Wem gehört die Zukunft?

The future belongs to those, who believe in the beauty of their dreams. (Eleanor Roosevelt) - www.doppelpunkt-praxis.de

Ich finde es interessant, dass Eleanor Roosevelt (11. 10.1884 – 07.11.1962) in ihrem Zitat von der Schönheit der Träume spricht, an die man glauben solle. Das ist eine ganz klare Perspektive, die sie uns für das Leben empfiehlt.

Leider kenne ich viele Menschen, die immer wieder von den negativen Bildern ihrer Vergangenheit sprechen, die sich vielfach am Tag mit den negativen Konsequenzen irgendwelcher zukünftigen Dinge befassen. Dinge, die noch gar nicht eingetreten sind, werden zu entsprechenden inneren Filmen zusammen gebaut und rauben den Menschen Kraft für den Tag und für die vor ihnen liegende Zukunft.
Wenn ich zum Beispiel am Ende eines Staus von der Autobahn abfahre, ist es sinnvoll, dass ich auf die Abfahrt schaue und so dort sicher durch die Kurve fahre. Schaue ich hingegen auf den Stau, kann es in der Abfahrtskurve sehr schwierig werden. Dann werde ich nicht sicher durch die Kurve lenken und vermutlich einen (Fast-)Unfall bauen. Es ist also so, dass ich in aller Regel dahin fahre, wo ich hinschaue, dass mich ein Blick auf etwas anderes von meiner geplanten Spur abbringt.

Wenn ich nun also meinen inneren Blick auf die Schönheit meiner Träume lenke, erhöhe ich die Wahrscheinlichkeit, mich denen auch anzunähern. Ich fahre dann jedenfalls eher darauf zu, als wenn ich in meinen inneren Bildern immer wieder in möglichen Negativszenarien hänge.

Ich möchte dazu ermuntern, an die Schönheit der eigenen Träume zu glauben, sie jeden Tag vor Augen zu haben, sie sich immer wieder zu vergegenwärtigen und damit die eigene Seele zu nähren. Das verbessert die eigene Stimmungslage, macht uns mutiger und zuversichtlicher und lässt das Erreichen dieser Ziele immer wahrscheinlicher werden. Die Träume vor Augen zu haben, kann bedeuten, dass ich bei mir Bilder von ihnen aufhänge oder mir aufschreibe, wovon ich träume oder eben diese Träume wieder und wieder erzähle. Ich mag es, mich mit anderen über solche Träume auszutauschen. Vielleicht gibt es ja noch mehr Menschen, die das mögen. Versuch es doch mal!

Autor: Ulrike Dauenhauer – Praxis Doppelpunkt

Motivierende Ziele

Setze Dir Ziele, die Dich morgens motivieren, aufzustehen - www.doppelpunkt-praxis.de

Ich bin nun nicht wirklich eine „Lerche“ und das frühe Aufstehen ist so gar nicht meine Sache. Dennoch stehe ich täglich auf, meist sogar ziemlich früh (im Verhältnis zu der Zeit, zu der ich offiziell mit der Arbeit beginne). Was motiviert mich, morgens aufzustehen? Das können ja ganz verschiedene Dinge sein.

Vor Jahren habe ich studiert. Dies geschah neben Praxis und Familie. Mit anderen Worten, das Studium fiel überwiegend in die Nachtstunden, was zu chronischer Morgenmüdigkeit führte. Und weil studieren nicht immer nur schön ist, gab es schon diese Phasen, wo ich mich fragte, warum ich mir das eigentlich antue. Ich habe einen Beruf gelernt und verdiene damit mein Geld. Warum plage ich mich so? Darauf gab es verschiedene Antworten. Die eine war, dass das Ziel – dieses Diplom – für mich sehr verlockend war. Das wollte ich unbedingt erreichen. Etwas Reizvolles, Verlockendes kann also ein Ziel sein, das für mich von großer Bedeutung und hohem Wert ist.

In diesen Phasen, wo ich mein Tun – aber nie mein Ziel – in Frage stellte, setzte ich mir eine Belohnung aus. Ich hängte ans Bett ein Bild von einem für mich ganz bedeutsamen Reiseziel. Das waren in dem Fall die Victoria Fälle in Zimbabwe. Da wollte ich hin. So versprach ich mir als Belohnung, wenn ich durchhalten und das Diplom unter diesen Bedingungen machen würde, eine Reise dorthin. Die gab es dann auch. Eine Motivation, morgens aufzustehen, war nun also zusätzlich zum Diplom die Belohnung, die ich mir selbst versprochen hatte.

Heute ist meine Motivation die, dass ich mich auf das freue, was der Tag mir bringt. Ok, mein Tag ist nicht immer nur lustig und mit heiteren Begegnungen gefüllt. Aber mein Tun ist für mich sinnvoll. Ich liebe meine Arbeit und die Möglichkeiten, die ich da habe. Und meine Perspektive auf meine Arbeit sieht so aus, dass ich da ganz viel Freiheit sehe (wenn gleich ein Selbständiger in unserem Lande unter einer ganze Menge von Zwängen lebt. Ich erlebe es als Freiheit.) . Somit haben wir als Motivation, morgens aufzustehen, die Erwartung, am Tag etwas Positives zu erleben.

Sicher gibt es noch mehr Gründe, morgens motiviert aufzustehen. Welche Gründe habt Ihr?

Autor: Ulrike Dauenhauer – Praxis Doppelpunkt