A smile

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Wie schön, so beschenkt zu werden.

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Freiheit und Friede

Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie andere mich gern hätten. - www.doppelpunkt-praxis.de

Freiheit fängt in mir an, damit, dass ich mich traue, ich selbst zu sein, unabhängig von all den Erwartungen anderer an mich.
Wenn ich mich selbst frei fühle – ja fühle! – dann wird es leichter, auch den anderen ihre Freiheit zu lassen, ihr Anderssein zu akzeptieren.

Wenn ich in dieser Freiheit lebe, kann ich mich für andere öffnen, kann mich interessieren und herausfinden, wie der andere wirklich ist, abseits meiner Vorannahmen über ihn.

Aus dieser inneren Freiheit heraus kann ich den anderen sein lassen, wie er ist, ohne dass es mich ängstigt. Dann entsteht Vertrautheit und Nähe.

Freiheit in mir ist der erste Schritt zum Frieden.

Autor: Ulrike Dauenhauer – Praxis Doppelpunkt

Auf das WIE kommt es an

Bevor man seine Bedenken äußert, sollte man seine Äußerungen bedenken. (Gerhard Uhlenbruck) - www.doppelpunkt-praxis.de

Wir leben in einem Land, in dem man – noch ? – frei seine Meinung äußern darf. Das ist ein hohes Gut. Gleichzeitig verleitet diese Möglichkeit manche Menschen dazu, dies als Aufforderung zu verstehen, sich möglichst oft, an vielen Orten, in vielen Kontexten mit ihrer Kritik zu Wort melden zu sollen. So ist das aber gar nicht gemeint. Kritik ist keine Pflicht, der wir ständig und jedem gegenüber nachkommen müssen.

Es gibt Menschen, die im persönlichen Kontakt oder auch auf öffentlichen Plattformen ihre Bedenken mitteilen. Leider mache ich dabei immer wieder die Feststellung, dass nicht jeder, der da was äußert, vorher gründlich darüber nachgedacht hat, wie er das äußert und was seine Worte auslösen können. Manch einer würde sich selbst das nicht gern von anderen sagen lassen, was er/sie seinem Gegenüber da so entgegen hält oder vorwirft. Ein gesprochenes oder geschriebenes Wort kann viel auslösen, kann schwer verletzen, ist mächtig, wird von vielen so leicht nicht vergessen. Mit Worten gesetzte Wunden wirken oft lang. Daher ist es sicher von Nutzen, vorher genau zu überlegen, was man sagt oder schreibt.

In meiner Kindheit hieß das schlicht: „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“

Die Bibel formuliert es sehr schön positiv: „Und wie ihr wollt, dass euch die Leute behandeln sollen, so behandelt auch ihr sie gleicherweise!“ (Lukas 6,31)

Ich finde das hoch aktuell.

Autor: Ulrike Dauenhauer – Praxis Doppelpunkt

„Ein alter Bekannter“

Zimbardo Matthias Dauenhauer 2
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Am 04. November 2015 durften wir auf einer Tagung in Heidelberg einen alten Bekannten treffen: Prof. Philip Zimbardo, einen der einflussreichsten lebenden Psychologen.

Er ist ein alter Bekannter, aber anders als es die Fotos suggerieren. Wir haben Phil vorher noch nie gesehen (außer auf youtube). Aber wir haben Fachliteratur dieses weltberühmten Psychologen gelesen und natürlich in Vorlesungen von seinen Forschungen gehört. Er ist inzwischen 82 Jahre alt und weltweit bekannt durch sein Gefängnis-Experiment, also ein „alter Bekannter“.

In Zeiten der Studentenunruhen, der Hippie-Bewegung und Flower-Power-Zeit, der Anti-Vietnam-Demonstrationen hat der 1933 in New York geborene italienisch stämmige Professor im Jahre 1971 an der Stanford Universität in Kalifornien eine sozialpsychologische Untersuchung durchgeführt, die unter dem Namen Stanford-Prison-Experiment (SPE) Eingang in die Psychologiegeschichte nehmen sollte. Bekannt wurde auch eine Verfilmung des Stoffes mit Moritz Bleibtreu in der Hauptrolle unter dem Titel: „Das Experiment“, angelehnt an die tatsächlichen Vorgänge der frühen Siebziger.

Zimbardo ging der Frage nach, ob das „Böse“ eher auf Faktoren zurückzuführen ist, die innerhalb einer Person liegen, also Persönlichkeitseigenschaften, früher auch Charakter genannt. Oder ob das „Böse“ eher durch äußere Umstände zu erklären ist. Handelt es sich um vereinzelte „faule Äpfel“ in einem Fass, oder um Äpfel in einem „faulen Fass“?

Mit Kriegsverbrechen in den verschiedensten Teilen der Welt hat sich Zimbardo auseinandergesetzt. Er untersuchte Vietnam-Veteranen und war auch Gutachter in den Prozessen, in welchen US-Soldaten vorgeworfen wurde, im Gefängnis von Abu-Ghraib Gefangene misshandelt und gefoltert zu haben.

Seine ganze Forschung zu diesem Thema ist in einem Bestseller zusammengefasst: „Der Luzifer-Effekt. Die Macht der Umstände und die Psychologie des Bösen.“ In diesem vielbeachteten Buch – es war eine ganze Weile auf der Bestsellerliste der New York Times, kommt Zimbardo zu dem Schluss, dass entgegen weit verbreiteten Erklärungsversuchen es vielmehr die situativen Umstände sind, die aus „normalen“ Menschen Bestien machen und viel weniger die charakterlichen Eigenschaften des Menschen.

Vaclav Havel schreibt über das rund 500 Seiten umfassende Werk: Er „ … verdient einen tief empfunden Dank für die Offenlegung und Beleuchtung der dunklen, verborgenen Winkel der menschlichen Seele. Sein Buch ist eine nicht immer ermutigende Lektüre. Doch der Autor zeigt sehr deutlich, dass es zu den entscheidenden Herausforderungen der menschlichen Existenz gehört, sich selbst kennenzulernen.“
Im Grunde bedeutet dies: In jedem von uns steckt ein Teufel. Oder, um persönlicher zu werden: auch in mir steckt Dämonisches. Ob es zum Vorschein kommt, hängt nicht allein von mir ab, sondern sehr wesentlich von der Situation, in der ich mich befinde. Darum lautet der Untertitel seines Buches auch: „Understanding how good people turn to evil“.

Schon als Pastor habe ich in einer Predigt vor vielen Jahren mal behauptet, dass der Teufel, der uns verführt, nur eine billige Ausrede sein könnte. Ich selbst trage so viel Diabolisches in mir, dass ich den Teufel als Begründung für Fehlverhalten gar nicht brauche. Das Gute und das Böse schlummern in mir. Hierzu passt auch perfekt ein Litho von M. C. Escher aus dem Jahre 1960, welches je nach Sichtweise viele Engel oder viele Teufel zeigt: „Circle Limit IV“ Engel und Teufel

Der Teufel war nach biblischer Darstellung einmal ein besonderer Engel: der Luzifer, eine Lichtgestalt. Wie eine Lichtgestalt aus großen Höhen fallen kann, erleben wir dieser Tage im deutschen Fußball …

Ich will die Hoffnung für mich nicht aufgeben, dass ich trotz äußerer Umstände und ungünstiger Situationen öfter den Engel als den Teufel zum Fliegen bringe und sichtbar werden lasse. Und ich will auch nicht aufhören daran zu glauben, dass andere Menschen, auch wenn sie Böses getan haben, i.d.R. Opfer der Umstände wurden und nicht durch und durch selbst Böse sind. Damit meine ich nicht, dass sie von der Verantwortung für ihr Handeln frei gesprochen sind. Aber ich werde mit Pauschal- und Vorverurteilungen vorsichtiger sein, denn ich weiß nicht, ob und wann ich selbst zum Dämon werde.

© Matthias Dauenhauer

Zu viel oder zu wenig?

Wenn man zuviel nachdenkt, erschafft man Probleme, die es eigentlich nicht gibt. (www.doppelpunkt-praxis.de)

Gestern waren wir in Heidelberg auf einem Workshop mit Philip Zimbardo (http://www.zimbardo.com/) , der durch seine psychologischen Forschungen sehr berühmt geworden ist. Inzwischen ist er 82 Jahre alt, wirkt aber keineswegs so. Er berichtete über seine Forschungen zum Zeitparadox. Er machte anhand seiner weltweiten Forschungen deutlich, dass die persönliche Wahrnehmung der Zeit – also ob ich meine Vergangenheit positiv oder negativ in Erinnerung habe, ob ich die Gegenwart eher lustvoll oder fatalistisch wahrnehme und wie ich in die Zukunft schaue – wesentliche Auswirkungen auf sehr viele Bereiche unseres Lebens hat. Dazu werde ich nochmal gesondert schreiben.

Bestätigen kann ich aus vielen Gesprächen, dass es Menschen gibt, die sich viele Gedanken über allerlei Dinge machen, so viele Gedanken, dass sie am Ende noch mehr Probleme haben, darüber sehr unglücklich oder gar verzweifelt sind und sich kaum oder nicht mehr in der Lage fühlen, etwas zu entscheiden und dann auch zu tun. Das Nachdenken kann also tatsächlich dazu führen, dass Probleme erst entstehen.

In jungen Jahren sind wir alle sehr gegenwartsorientiert. Wir tun, wozu wir gerade Lust haben. Die meisten von uns sind dann so erzogen worden, dass es wichtig ist, in die Zukunft zu schauen und die Konsequenzen unseres Handelns gedanklich vorweg zu nehmen. Das ist ja auch nicht völlig falsch. Es bewährt sich nicht, vollkommen in dieser Gegenwartsorientierung zu bleiben und gar nicht darüber nachzudenken, das folgt. Aber über alles und jeden ständig nachzudenken, stellt das andere Extrem eines Kontinuums dar und ist ebenso wenig hilfreich.

Es geht um das gute Maß an Spontaneität und Planung, um glücklich und erfolgreich zu sein.
Gelegentlich also mal weniger nachdenken bzw. das Nachdenken über etwas begrenzen, kann sehr hilfreich sein.

Autor: Ulrike Dauenhauer – Praxis Doppelpunkt

Genau der richtige Mensch

Wenn du die eine Person suchst, die etwas in deinem Leben verändern kann, schau in den Spiegel. (www.doppelpunkt-praxis.de)

Mir begegnen immer wieder Menschen, die etwas in ihrem Leben verändern möchten: die anderen. Da ist der Ehemann, der nicht so funktioniert, wie die zugehörige Frau es gern hätte oder das Kind, das nicht den Erwartungen entspricht (wobei völlig egal ist, wie alt dieses Kind ist) oder der Kollege oder Chef oder die Geschwister. Es gibt eine Menge Leute, die nicht so sind, wie wir sie gern hätten. Das denke ich auch immer wieder mal, dass der eine oder andere in meinem Leben gern anders sein dürfte, als er/sie ist. Aber das ist nun einmal nicht die Lösung.

Vermutlich gibt es auch eine ganze Reihe Menschen, die gern hätten, dass ich anders wäre. Aber ich möchte nicht so sein, wie diese anderen mich gern hätten. Ich möchte so sein dürfen, wie ich bin, mit Ecken und Kanten, mit liebenswerten und schwierigen Seiten und mit all meinen Entwicklungsmöglichkeiten. An die glaube ich! Ich glaube daran, dass ich mich ändern kann, dass noch mehr in mir steckt, als im Moment deutlich und spürbar wird.

Leider erlebe ich immer wieder, dass diese Fähigkeit zur Veränderung anderen abgesprochen wird, oft genau von denen, die gern hätten, dass diese anderen sich ändern. Seltsame Situation.

Wenn ich mir eingestehe, dass auch ich gern hätte, dass der andere sich ändert, selbst aber mich nicht ändern möchte, dann könnte das der Beginn einer Veränderung sein. Die Bereitschaft, dem anderen etwas zuzugestehen, was ich für mich selbst haben möchte – dass ich so bleiben darf wie ich bin – könnte mir zeigen, dass die Lösung meines Problems woanders zu suchen ist. Wo aber, wenn nicht beim anderen? Also bei mir selbst!

Interessanterweise steht im Spiegel auf dem Foto folgender Satz: „Die Objekte im Spiegel, sind näher als sie erscheinen.“

Autor: Ulrike Dauenhauer – Praxis Doppelpunkt