Unerfüllte Wünsche

Es gibt ein erfülltes Leben trotz unerfüllter Wünsche. (Dietrich Bonhoeffer) - www.doppelpunkt-praxis.de

Eins gleich mal vorweg: Ich träume auch und habe Wünsche. Wünsche und Träume sind durchaus gute Dinge. Dennoch haben sie manchmal auch so ihre Tücken. Um die soll es mir heute gehen:

Viele Menschen glauben, dass sie glücklich werden, wenn sie gewisse Dinge erreichen oder sich bestimmte Dinge um sie herum verändern. Bisweilen wird dann auch viel Kraft da hinein gesteckt. Es wird viel daran gearbeitet – an der Figur oder um genügend Geld zu erwirtschaften – oder gehofft, dass andere dazu etwas beitragen. „Wenn dies und das geschieht, dann wird es mir gut gehen, dann werde ich glücklich“, lauten die Sätze, die ich dann oft höre.
Ich finde es gut, wenn Menschen Ziele und Visionen haben. Problematisch wird es in meinen Augen, wenn von der Erfüllung solcher Wünsche mehr oder minder das ganze Lebensglück abhängig gemacht wird. Warum das meines Erachtens problematisch ist: Wenn der Wunsch nicht zu 100% erfüllt werden kann, folgt bei manchen Menschen eine tiefe Depression. Das Glück, die eigene Zufriedenheit wird im Außen gesucht. Zufriedenheit ist aber etwas, was ich in mir finden muss und nur dort finden kann.
Solange sich ein Mensch ablehnt, weil er IN SEINEN AUGEN bestimmten Kriterien nicht genügt, solange jemand SICH SELBST für irgendetwas abwertet, wird ihn das erreichte Teilziel nicht mit Stolz erfüllen und zufrieden machen. So werden dann Teilerfüllungen von Wünschen als Nicht-Erfüllung erlebt und führen geradewegs wieder in Frustration und Trauer.
Solange ich Erfüllung und Zufriedenheit im Außen suche, werde ich im Innen nicht wirklich glücklich werden. Es lohnt sich, die Suche nach innen zu verlagern und die Schätze im eigenen ICH zu heben. Für mich ist es jedes mal bewegend, wenn jemand seine eigenen schönen, liebenswerten Seiten entdeckt. Ich begleite sehr gern Menschen auf dieser Entdecker-Tour ins Ich.

Autor: Ulrike Dauenhauer – Praxis Doppelpunkt

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MEIN GLOBUS

Globus Eine Welt One World

Bei einem Spaziergang durch die Tübinger Altstadt habe ich in einem Schaufenster das obige Bildmotiv entdeckt. Fünf Globen hängen von der Decke, von innen beleuchtet und gegen den dunklen Hintergrund scheinen sie im All zu schweben.
Die kugelförmige Darstellung des Planeten Erde ist nicht neu, so mancher Schüler hatte ein drehbares Modell auf seinem Schreibtisch stehen. Der erste Globus wurde wahrscheinlich um 150 v.Chr. konstruiert. Mit dem Zugriff auf google earth scheint dies nicht mehr zeitgemäß.

Dennoch sind die dreidimensionalen Abbildungen unseres Heimatplaneten immer wieder faszinierend, u.a. weil die Größen der Länder maßstabsgetreu abgebildet werden und nicht wie bei Kartenmaterial einer Verzerrung unterliegen.
Der vermutlich größte Globus steht in New York im Stadtteil Queens. Er soll die Anwohner daran erinnern, dass ihre Nachbarn aus allen Teilen der Welt stammen. Das finde ich bemerkenswert, denn die USA als Ganzes, und New York speziell gelten ja als Schmelztiegel der verschiedenen Völker.

Das Foto mit Globen könnte die Assoziation auslösen, wir hätten mehrere Globen zur Verfügung. Und manchmal leben wir auch so, als gäbe es Reserve-Erden. Unser Umgang mit der Natur, mit den Ressourcen und der Umwelt ist oftmals gedankenlos oder von der Mentalität „Nach uns die Sintflut“ geprägt.

Der Theologe Martin Niemöller hat bereits 1964 seine Reden unter dem Titel „Eine Welt oder keine Welt“ veröffentlicht. Darin mahnt er die wechselseitige und gemeinsame Verantwortung der Völker und ihre Solidarität an. Es geht nur miteinander. Der Alltag und die Nachrichtenlage offenbaren, dass die Menschen auch Jahrzehnte später noch nicht so miteinander umgehen.

Eine Unterteilung der Welt in 1. Welt, 2. Welt und 3. Welt ist künstlich. Die „Eine-Welt“-Bewegung versucht dem das Bewusstsein entgegen zu setzen, dass unsere Welt einzigartig ist. Globalisierung und Vernetzung sind moderne Begriffe, aber noch immer scheinen nicht alle Politiker ihre Entscheidungen danach auszurichten.
Es bleibt viel zu tun – es bleibt nicht mehr viel Zeit. Ein Globus kann helfen, umzudenken!

© Matthias Dauenhauer – Praxis Doppelpunkt

Die Welt verändern

Wenn ich mich verändere, verändere ich die Welt. (Gloria Anzuldua) - www.doppelpunkt-praxis.de

Es gibt ja so einiges in dieser Welt, woran man sich stören kann. Umweltverschmutzung, Politik, Bedingungen in unserer Gesellschaft und vieles mehr.

Ich höre zu oft, dass „die da oben“ dies und das anders machen müssten. Das ist im Prinzip sicher auch oft gar nicht falsch. Aber „wir hier unten“ haben auch eine große Macht, wenn nicht sogar die viel größere. Wir können viel verändern, wenn wir uns aus der Komfortzone heraus wagen und beginnen, in unserem Leben, in unserem Alltag, in unserem persönlichen Umfeld etwas zu verändern. Das darf ja zunächst ganz klein sein. Ob es sich um Müllvermeidung handelt oder um einen sorgsamen Umgang mit unseren Ressourcen, um Produkte, die wir kaufen – oder eben meiden – oder um noch ganz andere Dinge, kann jeder für sich entscheiden. Wichtig ist, dass wir wieder unsere eigene Verantwortung wahrnehmen und nicht permanent versuchen, diese abzugeben an Politiker oder Konzerne, an Ärzte oder Lehrer oder sonst wen. Wir haben jede Menge Möglichkeiten, gerade in unserem Land. Bewusst leben und entscheiden, Verantwortung für sich und sein Handeln übernehmen, Vorbild sein und andere mitreißen in diesem Tun, etwas für andere tun, sich engagieren, das sind nur einige der Möglichkeiten, die wir hier haben.

Ich wünsche mir Menschen, die weniger jammern und dafür mit überlegen, was wir tun können, damit es uns allen gut geht und wir alle von dem Reichtum, den wir in Deutschland haben, profitieren.

Wer beginnt, sich für die Gemeinschaft oder für einzelne einzusetzen, merkt oft, wie gut ihm das selbst tut. Es ist also eine effektive Form der Selbsthilfe, wenn ich beginne, mich zu engagieren. Das stiftet Sinn im eigenen Leben, bringt Kontakte und Wertschätzung, bildet Gemeinschaft und bindet somit ein und schützt vor Einsamkeit. Das stärkt das Immunsystem und gibt der Seele Aufschwung.

Das Bild ist ein Geschenk an die Praxis. Da hat sich jemand für uns eingesetzt, seine Zeit und Möglichkeiten aufgewendet für uns. Wie schön. An dieser Stelle nochmals danke dafür.

Autor: Ulrike Dauenhauer – Praxis Doppelpunkt

Füße und Zunge

Es stolpern mehr Menschen über ihre Zunge als über ihre Füße. (aus Tunesien) - www.doppelpunkt-praxis.de

Diesen Beitrag will ich gar nicht auf Politiker gemünzt verstanden wissen. Vielmehr geht es für mich darum, selbst mit meinen Worten sorgsam umzugehen. Dabei ist es völlig egal, wo ich diese Worte verwende, ob im persönlichen Kontakt, über einen Kurznachrichtendienst oder im Internet. Worte haben eine enorme Macht.
Manches, was unbedacht gesagt worden ist, wirkt noch über Jahre im Hörer nach.

Gern beschweren sich Menschen darüber, dass andere unachtsam waren in dem, was sie sagten. Umso wichtiger scheint es mir, dass wir unsere Sprache, unsere Worte immer wieder auf den Prüfstand holen. Möchte ich etwas selbst so gesagt bekommen? Wenn ich es selbst so für mich annehmen und gut finden kann, darf ich es anderen sagen. Andernfalls ist Selbstkorrektur, Rückbesinnung, Abstand und Nachdenken angesagt, ehe man das Wort erhebt.

Autor: Ulrike Dauenhauer Praxis Doppelpunkt