Ballast abwerfen

Das Leben ist wie eine Ballonfahrt. Manchmal muss man erst Ballast abwerfen, um wieder steigen zu können. - www.doppelpunkt-praxis.de

Ich bin noch nie Ballon gefahren, leider. Aber ich stelle es mir sehr schön vor. Und wenn das also eine Metapher für das Leben ist, dann gefällt mir das. Beim Ballon fahren genießt man herrliche Aussichten, ist es vielleicht auch mal ganz schön kalt, dafür hat man einen guten Überblick und zwar rundherum! Wenn es im Leben auch so ist, läuft schon vieles richtig gut.

Viele kennen aber dieses Gefühl, dass der Lebensballon nicht so recht aufsteigen will. Oder er war schon höher und scheint nun zu sinken oder sinkt tatsächlich. Dann ist dieses Bild vom abzuwerfenden Ballast sicher treffend. Die Frage ist oft nur, was ist der Ballast? Ich will doch nicht die wichtigen, hilfreichen Dinge über Bord werfen. Und wie unterscheide ich das Eine vom anderen?

Ich habe den leisen Verdacht, dass viele Menschen da unter vielen eher unnötigen und belastenden Dingen noch Werte vermuten und sich deswegen schwer tun. Die wirklich wertvollen Dinge sind – so glaube ich – den meisten Menschen wohl bewusst. Die Gefahr, diese fälschlicherweise zu verabschieden, halte ich eher für gering.

Unter Ballast lässt sich viel verstehen:
– Glaubenssätze, die einen selbst schwächen
– Selbstverpflichtungen, weil man etwas von sich erwartet
– Verpflichtungen, die man fühlt, aber vielleicht gar nicht wirklich hat
– Traditionen, die keinen Inhalt mehr haben
– Freundschaften, die dieses wertvolle Prädikat nicht mehr verdient haben
– Menschen, die einem versuchen einzureden, man könne etwas nicht
oder werde etwas nicht erreichen oder die einen sonst klein machen
– Unnötiger Besitz, alte Dinge, von denen man sich nicht lösen kann
obwohl man sie wirklich nicht mehr braucht.
– Was fällt Euch noch ein?

Wenn ich alte, nicht mehr (oder vielleicht sogar noch nie gültige) Glaubenssätze über Bord werfe, wird mein Leben schon leichter. Wenn ich aufhöre, mich für Dinge verantwortlich zu fühlen, für die ich es nicht bin, wird mein Kopf freier. Wenn ich Abstand nehme von Menschen, die an mir und meinen Möglichkeiten zweifeln, mir Schlechtes einreden und mich klein machen, werde ich wieder mutiger. Und auch Besitz kann belasten. Aller Besitz existiert auch in meinem Kopf. Dort fordert die „Verwaltung“ dieser Dinge Raum. Es kann ungemein entlastend sein, sich von solchen Dingen zu befreien.

Es lohnt sich, darüber nachzudenken, welchen Ballast man trägt und welchen man noch tragen will. Es muss ja nicht gleich alles auf einmal sein. Aber wer erste Erfahrungen damit gemacht hat, sein Leben so zu verändern, wird erleben, wie wohltuend und befreiend es ist, sich von Altlasten zu lösen. Meist ruft das dann nach Wiederholung, weil es so gut tat.

Autor: Ulrike Dauenhauer – Praxis Doppelpunkt