Was ist eigentlich Glück?

Glück lässt sich nicht erzwingen. Aber es hat für Hartnäckige sehr viel übrig. - www.doppelpunkt-praxis.de

Die Vorstellungen der Menschen vom Glück sind äußerst verschieden. Es gibt eine Reihe von Büchern zum Thema und vermutlich ist es in denen auch nicht vollständig erfasst und erklärt. Nach meiner Erfahrung verbinden viele Menschen Glück mit Zufall. Zufall aber ist etwas, worauf ich keinen Einfluss habe. Meiner Meinung nach ist Glück aber durchaus etwas, worauf ich Einfluss nehmen kann.

Bei Wikipedia fand ich, dass Glück von mittelniederdeutsch gelucke/lucke (ab 12. Jahrhundert) bzw. mittelhochdeutsch gelücke/lücke kommt und in seiner Bedeutung klar macht, dass es darum geht, wie etwas ausgeht bzw. endet. Demnach ist Glück vom Ursprung her der günstige Ausgang einer Sache oder Unternehmung.

Wenn es beim Glück aber darum geht, wie etwas endet, dann wird mein Einfluss sehr wohl deutlich. Und da setzt der Spruch an: Glück lässt sich nicht erzwingen. Aber es hat für Hartnäckige sehr viel übrig. Ich kann also aktiv zu meinem Glück beitragen. Einfach darauf zu warten, dass es mir in den Schoß fällt, ist demnach die ungünstige Variante, zum Glück zu finden.

Dranbleiben ist die Devise!

Wenn ich glücklich werden will, bedeutet das, immer wieder aktiv zu werden, nach Rückschlägen nicht aufzugeben, sich selbst zu motivieren, Ziele fest im Blick zu behalten oder immer wieder neu den sich ändernden Umständen anpassen. Glücklich werden und bleiben heißt: aktiv sein und Verantwortung übernehmen.

Von der Größe des Glücks ist hier gar nicht die Rede. Es kann bei alledem auch um das Glück im Unglück gehen oder um all die kleinen Momente, die ein Tag mit sich bringt, die es nur wahrzunehmen gilt. Und auch das, diese Momente bewusst wahrnehmen wollen, ist eine Form des aktiv am Glück Mitwirkens.

Mit einem Tagebuch der guten Momente kann ich lernen, meine Wahrnehmung für diese Augenblicke zu schärfen und meinem ganz persönlichen Glück auf die Sprünge helfen. In dieses Tagebuch werden nur stichwortartig all die kleinen Glücksmomente notiert, die sich am Tag ereignet haben. Das können auch Dinge sein, die sich täglich wiederholen. Glück wird ja durch Wiederholung nicht wertlos. Wer solch ein Buch mal einige Monate führt, lernt, das kleine Glück im Alltag wahrzunehmen und gewinnt so mehr Zutrauen dahinein, dass auch mehr Glück möglich ist, wenn man beginnt, sich dafür einzusetzen. Ich habe es lange geführt, und es hat mich glücklich gemacht!

Autor: Ulrike Dauenhauer – Praxis Doppelpunkt

Wem gehört die Zukunft?

The future belongs to those, who believe in the beauty of their dreams. (Eleanor Roosevelt) - www.doppelpunkt-praxis.de

Ich finde es interessant, dass Eleanor Roosevelt (11. 10.1884 – 07.11.1962) in ihrem Zitat von der Schönheit der Träume spricht, an die man glauben solle. Das ist eine ganz klare Perspektive, die sie uns für das Leben empfiehlt.

Leider kenne ich viele Menschen, die immer wieder von den negativen Bildern ihrer Vergangenheit sprechen, die sich vielfach am Tag mit den negativen Konsequenzen irgendwelcher zukünftigen Dinge befassen. Dinge, die noch gar nicht eingetreten sind, werden zu entsprechenden inneren Filmen zusammen gebaut und rauben den Menschen Kraft für den Tag und für die vor ihnen liegende Zukunft.
Wenn ich zum Beispiel am Ende eines Staus von der Autobahn abfahre, ist es sinnvoll, dass ich auf die Abfahrt schaue und so dort sicher durch die Kurve fahre. Schaue ich hingegen auf den Stau, kann es in der Abfahrtskurve sehr schwierig werden. Dann werde ich nicht sicher durch die Kurve lenken und vermutlich einen (Fast-)Unfall bauen. Es ist also so, dass ich in aller Regel dahin fahre, wo ich hinschaue, dass mich ein Blick auf etwas anderes von meiner geplanten Spur abbringt.

Wenn ich nun also meinen inneren Blick auf die Schönheit meiner Träume lenke, erhöhe ich die Wahrscheinlichkeit, mich denen auch anzunähern. Ich fahre dann jedenfalls eher darauf zu, als wenn ich in meinen inneren Bildern immer wieder in möglichen Negativszenarien hänge.

Ich möchte dazu ermuntern, an die Schönheit der eigenen Träume zu glauben, sie jeden Tag vor Augen zu haben, sie sich immer wieder zu vergegenwärtigen und damit die eigene Seele zu nähren. Das verbessert die eigene Stimmungslage, macht uns mutiger und zuversichtlicher und lässt das Erreichen dieser Ziele immer wahrscheinlicher werden. Die Träume vor Augen zu haben, kann bedeuten, dass ich bei mir Bilder von ihnen aufhänge oder mir aufschreibe, wovon ich träume oder eben diese Träume wieder und wieder erzähle. Ich mag es, mich mit anderen über solche Träume auszutauschen. Vielleicht gibt es ja noch mehr Menschen, die das mögen. Versuch es doch mal!

Autor: Ulrike Dauenhauer – Praxis Doppelpunkt

Motivierende Ziele

Setze Dir Ziele, die Dich morgens motivieren, aufzustehen - www.doppelpunkt-praxis.de

Ich bin nun nicht wirklich eine „Lerche“ und das frühe Aufstehen ist so gar nicht meine Sache. Dennoch stehe ich täglich auf, meist sogar ziemlich früh (im Verhältnis zu der Zeit, zu der ich offiziell mit der Arbeit beginne). Was motiviert mich, morgens aufzustehen? Das können ja ganz verschiedene Dinge sein.

Vor Jahren habe ich studiert. Dies geschah neben Praxis und Familie. Mit anderen Worten, das Studium fiel überwiegend in die Nachtstunden, was zu chronischer Morgenmüdigkeit führte. Und weil studieren nicht immer nur schön ist, gab es schon diese Phasen, wo ich mich fragte, warum ich mir das eigentlich antue. Ich habe einen Beruf gelernt und verdiene damit mein Geld. Warum plage ich mich so? Darauf gab es verschiedene Antworten. Die eine war, dass das Ziel – dieses Diplom – für mich sehr verlockend war. Das wollte ich unbedingt erreichen. Etwas Reizvolles, Verlockendes kann also ein Ziel sein, das für mich von großer Bedeutung und hohem Wert ist.

In diesen Phasen, wo ich mein Tun – aber nie mein Ziel – in Frage stellte, setzte ich mir eine Belohnung aus. Ich hängte ans Bett ein Bild von einem für mich ganz bedeutsamen Reiseziel. Das waren in dem Fall die Victoria Fälle in Zimbabwe. Da wollte ich hin. So versprach ich mir als Belohnung, wenn ich durchhalten und das Diplom unter diesen Bedingungen machen würde, eine Reise dorthin. Die gab es dann auch. Eine Motivation, morgens aufzustehen, war nun also zusätzlich zum Diplom die Belohnung, die ich mir selbst versprochen hatte.

Heute ist meine Motivation die, dass ich mich auf das freue, was der Tag mir bringt. Ok, mein Tag ist nicht immer nur lustig und mit heiteren Begegnungen gefüllt. Aber mein Tun ist für mich sinnvoll. Ich liebe meine Arbeit und die Möglichkeiten, die ich da habe. Und meine Perspektive auf meine Arbeit sieht so aus, dass ich da ganz viel Freiheit sehe (wenn gleich ein Selbständiger in unserem Lande unter einer ganze Menge von Zwängen lebt. Ich erlebe es als Freiheit.) . Somit haben wir als Motivation, morgens aufzustehen, die Erwartung, am Tag etwas Positives zu erleben.

Sicher gibt es noch mehr Gründe, morgens motiviert aufzustehen. Welche Gründe habt Ihr?

Autor: Ulrike Dauenhauer – Praxis Doppelpunkt

Leben oder Urlaub?

Das Ziel sollte ein Leben sein, von dem man gar keinen Urlaub braucht. - www.doppelpunkt-praxis.de

Der Satz ist schon ziemlich herausfordernd, könnte man meinen. Dennoch glaube ist, dass es möglich ist, so zu leben. Vielleicht gelingt es anfangs nur zeitweise und es sind Momente, Stunden, dann vielleicht Tage, an denen es uns im Alltag so gut geht, dass wir zufrieden sind mit dem, was wir haben und auch mit dem, was wir tun.
Ich glaube, dass jeder diese Moment kennt, wo die Zufriedenheit mit dem Moment so groß ist, dass der Wunsch nach Urlaub eher klein ist oder ganz fehlt. Also dürfte die Kunst darin bestehen, diese Momente, die wie Perlen sind, als Kette aneinander zu hängen. Und ist es nicht so, dass wir immer mehr von dem sehen, worauf wir unser Augenmerk richten? Wenn ich also meinen Blick, mein Denken darauf ausrichte, diese Momente zu sehen und zu spüren, werde ich sie öfter wahrnehmen. Es entgehen mir also weniger solche Augenblicke, die vielleicht jetzt auch schon da sind, aber im Trubel des Alltags untergehen. Diese zu sehen und sie fest aneinander zu fügen, scheint mir die Kunst zu sein, zu solcher Zufriedenheit zu finden, dass Urlaub und Leben immer ähnlicher werden.

So schön unser Urlaub war, freuen wir uns doch auf alle Aufgaben und Begegnungen, die uns hier im Alltag wieder erwarten.

Autor: Ulrike Dauenhauer – Praxis Doppelpunkt

Was ist genug?

Eines der größten Probleme ist, dass man immer meint, man hätte noch genug Zeit. - www.doppelpunkt-praxis.de

Was ist eigentlich genug?
Manchmal ist uns das klar, wann es genug ist. Dann hören wir auf zu essen oder gehen ins Bett. Es gibt aber auch diese Momente und Themen, wo das nicht so klar ist – und selbst beim Essen und Schlafen ist es ja nicht wirklich eindeutig.

Was genug ist, kann ich ja meistens erst kurz vor Schluss oder direkt am Ende feststellen. So gesehen kann ich „genug“ nicht im Voraus bestimmen. Beim Essen habe ich vielleicht eine Ahnung, wieviel ich brauche, bis ich satt bin. Bei der Zeit ist das deutlich schwieriger. Manche Menschen habe große Mühe, abzuschätzen, wie lange sie für etwas brauchen. In dieser Gruppe gibt es zwei Untergruppen. Die einen planen entsprechend großzügig, um nur ja mit der Zeit hinzukommen und sind meistens früher fertig, als es verlangt oder gewünscht wäre. Die andere Untergruppe neigt dazu, sich hier wiederholt zu verschätzen und wird dann jeweils nicht rechtzeitig fertig.

Zeit wirkt in unserem Leben ja sehr unterschiedlich. Je jünger wir sind, desto mehr Zeit meinen wir zu haben – und statistisch gesehen ist das für die Lebenszeit ja auch richtig. Aber eben nur statistisch gesehen. Vor einigen Jahren musste ich durch eine Erkrankung die Erfahrung machen, dass es ganz plötzlich hätte vorbei sein können. War es nicht, darüber bin ich sehr froh und dankbar. Aber es wurde mir deutlich, wie schnell es eben sein kann, dass die Zeit, die mir zur Verfügung steht, vorbei ist.

Wie möchte ich am Ende meines Lebens auf die Zeit, die ich hatte, zurück schauen?

Ich finde, dass es sich lohnt, diese Frage für sich zu beantworten. Das macht es einfacher, jetzt zu leben, denn das gibt mir eine Richtung vor, wie ich im Leben unterwegs sein möchte. Ich möchte die mir geschenkte Lebenszeit nutzen. Je älter ich werde, desto deutlicher wird mir, dass mir die Zeit hier geschenkt ist. Drum will ich sie nutzen, sinnvoll füllen, wertvoll machen durch meine Gestaltung. Mit anderen Worten, ich will meine Lebenszeit bewusst nutzen, will achtsam umgehen mit diesem Gut, das mir anvertraut wurde. Ich weiß ja nicht, wie viel ich noch habe.

Autor: Ulrike Dauenhauer – Praxis Doppelpunkt

Zeit relativ und absolut

Es gibt nichts, das so absolut ist wie Zeit und nichts, das so relativ ist wie ihre Dauer. (Josef Bordat) - www,doppelpunkt-oraxis.de

Wir alle erleben Zeit immer wieder sehr unterschiedlich. Sie scheint verschieden schnell zu vergehen, obwohl wir wissen, dass dies nicht wirklich so ist.
An der absoluten Dauer von etwas kann ich nichts ändern, sehr wohl aber an meinem Erleben. Ich kann lernen, bewusst zu genießen. Dies verändert die Wahrnehmung der verstreichenden Zeit und macht Momente intensiver. Intensiv erlebte Momente nenne ich Lebensqualität.

Zeit ist ein kostbares Geschenk. Ich freue mich immer wieder darüber, wenn Menschen mir schenken, dass sie Zeit mit mir verbringen wollen. Lebenszeit mit jemandem teilen, schafft Nähe und Vertrauen, pflegt und erhält Beziehungen und ist damit eine wichtige Vorsorgemaßnahme für die eigene Gesundheit – seelisch und körperlich.

Wie erlebt Ihr Zeit? Wie geht Ihr mit Zeit um?

Autor: Ulrike Dauenhauer – Praxis Doppelpunkt

Wirklichkeit erfahren

Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt. (Buddha) - www.doppelpunkt-praxis.de

Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt. (Buddha) – http://www.doppelpunkt-praxis.de

Für diesen Spruch habe ich lange nach einem Bild gesucht.

Manchmal könnte man meinen, wir er-fahren heute die Welt. Wir setzen uns ins Auto und fahren irgendwo hin. In manchen Ländern habe ich als Reisende sogar das Gefühl gehabt, dass es Menschen gibt, die wirklich nur fahren. Von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit, Foto machen und wieder rein ins Auto oder in den Bus. Oder von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt, Foto machen und weiter.

Aber natürlich ist hier nicht das Fahren mit dem Auto gemeint. Wirklichkeit erfahren, bedeutet ja viel mehr. Ganz grundsätzlich muss ich dafür ja nirgendwo hin fahren. Ich muss mich sogar gar keinen Millimeter bewegen. Die Wirklichkeit kann ich überall und jederzeit erfahren. Ich muss nur dafür bereit sein. Und an dem Punkt wird es spannend, finde ich.

Wirklichkeit ist für mich nichts Theoretisches. Sie wirkt. Auf mich. Ganz konkret. Sie bewirkt etwas bei mir. Und jeder hat seine eigene Wirklichkeit. Denn die Wirklichkeit, die ich erlebe, hat immer sehr viel damit zu tun, wie ich das, was ich erlebe, einordne, also welche bereits in mir bestehenden Ordnungssysteme zum Einsatz kommen.

Da hätte ich also die Möglichkeit, diesen Moment jetzt gerade zu erleben, aber dann signalisiert mir mein Smartphone, dass es noch andere Dinge gibt. Ich habe die Möglichkeit, zu wählen, welcher Wirklichkeit ich nun den Vorrang gebe. Bisweilen erlebe ich Menschen, die scheinen sich dieser Wahlmöglichkeit nicht bewusst zu sein.

Oder ich telefoniere. Da habe ich auch eine Wirklichkeit und ein ganz wirkliches Gegenüber, auch wenn ich es nicht sehe. Aber ich kenne Menschen, die spielen nebenher noch ein PC-Spiel. Das ist eine Unart, die ich auch mal hatte. Und ich gebe zu, dass es mir nicht leicht fiel, sie zu lassen. Aber was erfahre ich denn von meinem Gegenüber, wenn ich mich nicht GANZ auf die Erfahrung mit ihm einlassen will, sondern nebenher noch was anderes mache? Was ist mir mein Gegenüber wert, wenn ich die Zeit, die ich gerade habe nicht allein in dieses Gespräch geben will, sondern nebenher noch etwas anderes – wirklich völlig unwichtiges – tue? Will ich dem anderen so wenig wert sein?

Wir leben einerseits in einer Welt mit ungeahnten Möglichkeiten. Das kann schön sein, aber auch anstrengend. Ich kann vor lauter Möglichkeiten dahin kommen, dass ich es als Stress erlebe, wenn ich nicht möglichst viel davon erlebe und das geht eben nur, wenn ich Dinge nebeneinander tue. Aber ich kann meine Aufmerksamkeit nicht wirklich teilen. Dazu gibt es genug Studien. Ich kann – mehr oder weniger erfolgreich – mit meiner Aufmerksamkeit immer wieder zwischen Dingen hin und her springen. Aber in einem Moment kann ich immer nur mit einer Sache befasst sein. Die schnelle Abfolge der Wechsel suggeriert uns, wir könnten Dinge gleichzeitig parallel tun. Der Effekt ist dann aber, dass mir auf beiden Kanälen etwas verloren geht. Ich werde letztlich ärmer, nicht reicher. Ich erfahre nicht mehr vom Leben, sondern von mehr Dingen immer weniger.

Und damit kommen wir zum ersten Satzteil, dass Leben kein Problem sei, dass es zu lösen gilt. Der Lösungsansatz, dass ich die vielen Möglichkeiten und Chancen, die mich ja alle irgendwie weiter bringen können, besser nutze, indem ich eben vieles versuche, gleichzeitig zu tun und zu erleben, ist einfach falsch.

Vielleicht hätten wir insgesamt viel weniger Probleme, wenn wir weniger lösen wollten, sondern uns vorab erstmal wirklich und intensiv auf das Erfahren einlassen würden, womit wir beim zweiten Satzteil wären. Damit würden manche Lösungsideen nämlich nicht mehr Theorien sein über etwas, worüber wir nachgedacht haben. Wir hätten echte Erfahrungen, die vielleicht plötzlich aus einem Fakt, den ich aktuell noch als Problem definiere, eine neue Einsicht werden ließen.

Ich erlebe nicht selten in meiner Arbeit, dass geduldiges und detailliertes Nachfragen beim Gegenüber bewirkt, dass er sein „Problem“ ganz neu sieht und selbst schon die Lösung findet. Oder ich mache mit meinem Gesprächspartner die erstaunliche Feststellung, dass er/sie mir über „das Problem“ manches gar nicht sagen kann, weil er/sie sich auf die Erfahrung gar nicht wirklich eingelassen hat. Es wird etwas als großes Problem dargestellt, aber es ist dem Sprecher so unbekannt, dass er/sie mir viele Details dazu gar nicht sagen kann. Das finde ich schon bemerkenswert.

Wenn ich mich auf Erfahrungen einlasse – also im Moment bin, wo ich etwas erlebe und versuche, dies mit allen Sinnen zu erleben – werde ich vermutlich viel mehr über das Leben und mich selbst erfahren, als wenn ich mich zu oft mit dem Lösen – bisweilen vermeintlicher – Probleme beschäftige.

Und deswegen wünsche ich allen, die diesen langen Text nun bis hierher gelesen haben, viele ermutigende und stärkende Erfahrungen.

Autor: Ulrike Dauenhauer Praxis Doppelpunkt

Ein bisschen verrückt sein?

Wissen Sie, was Sie da tun? Nein, ich überrasche mich gern selbst. www.doppelpunkt-praxis.de

Meistens bin ich ja ein „ganz normaler“ Mensch. Meistens tue ich gewöhnliche Dinge und verhalte mich so, wie man es von mir erwartet. Meistens finde ich das auch gut und fühle mich wohl dabei. Den Erwartungen der anderen zu entsprechen, gibt mir Sicherheit. Wenn ich tue, was von mir erwartet wird, bekomme ich auch Reaktionen, die ich selbst erwarte oder gar erhoffe. Es dient also beiden Seiten, wenn ich mir erwartungsgemäß verhalte. Im Großen und Ganzen ist das also gut so. Alle wissen woran sie sind.

Aber manchmal möchte ich mich nicht so benehmen, wie man es von mir erwartet. Kinder haben die Freiheit, sich ungewöhnlich zu verhalten. Je kleiner sie sind, desto größer scheint die Freiheit da zu sein, die wir ihnen lassen. Nahezu täglich werden auf Facebook Videos gepostet, die Kinder dabei zeigen, wie sie sich – in den Augen von uns Erwachsenen – ungewöhnlich verhalten. Sie probieren etwas aus oder nutzen etwas anders oder amüsieren sich köstlich über etwas, was ihnen neu – uns altvertraut – ist. Und diese Videos werden gern angeschaut und vielfach geliket. Ob das etwas damit zu tun hat, das wir selbst auch gern wieder diese Freiheit hätten?

Ich jedenfalls möchte mir gelegentlich diese Freiheit nehmen, möchte mich wieder selbst überraschen, möchte wieder Dinge ausprobieren und mich vom Ausgang erheitern lassen. Es geht mir nicht um Leichtfertigkeit und unbedachtes Handeln. Aber um neue Erfahrungen, um innere Freiheit, wieder einmal anders zu sein, als erwartet wird. Erwartet von anderen und von mir selbst.
Ich darf mir die Freiheit nehmen, anders zu sein, mich auszuprobieren und zu überraschen. Und ich werde es tun. Wer noch?

Zeit mit Freunden

Ich liebe es, Zeit mit freunden zu verbringen, die mich vergessen lassen, auf mein Handy zu schauen. www.doppelpunkt-praxis.de

Zeit mit Freunden

Ich gebe zu, dass ich froh bin, ein Smartphone zu haben. Es ist oft nützlich und angenehm. Aber es ist auch verführerisch. Ich lasse mich in seinen Bann ziehen, nutze es zu oft für zu unwichtige Dinge. Es scheint fast so, als würde mir das Smartphone diktieren, was in meinem Leben so wichtig ist, dass ich damit Zeit verbringe. Zeit ist in meinen Augen ein sehr kostbares Gut. Das wird immer deutlicher, je älter ich werde (und die verbleibende Lebenszeit somit immer knapper). Wäre es da nicht angebracht, diese Zeit gut zu nutzen? Und dennoch gelingt es mir oft genug nicht.

Leichter ist es, wenn ich nicht allein bin. Wenn ich umgeben bin von Menschen, die mich das Handy vergessen lassen. Ich kann mich nicht wirklich GANZ auf mein Gegenüber konzentrieren, wenn ich dabei immer wieder auf das Handy schaue. Aber für diesen Menschen, der mir seine Zeit schenkt, sie mit mir teilt, will ich GANZ da sein, will zuhören und verstehen und Nähe erleben. Ich will den Wert dieser Zeit schätzen. Und ich glaube, das gelingt besser, wenn ich GANZ im Moment bin, eben nur EINES tue.

Leichter ist es für mich auch, wenn ich in der Natur bin und einfach nur schaue. Dann genieße ich diese Bilder und Gerüche und kann sie auf meiner inneren Festplatte im Kopf ganz intensiv speichern. Dieses intensive Speichern gelingt nicht besser, wenn ich gleichzeitig versuche, etwas mit dem Handy (z.B: Foto) festzuhalten. Das kann schön sein, ja sicher. Aber die Erlebnisqualität des Moments wird dadurch nicht für mich verbessert. Eher stört es meinen inneren Erlebens- und Genußfluss, wenn ich gleichzeitig ein Foto mit dem Handy mache. Für diese Momente kann ich mir überlegen, was ich will und mich dann bewusst entscheiden, ob ich NUR genieße oder wirklich auch ein Bild machen will. Ich möchte diesen Automatismus ausschalten und entscheiden, was ich gerade tue. Und das will ich dann GANZ tun.

Wie schön ist es, nur das EINE zu tun. Nur mit einem Freund reden. Nur Natur genießen. Nur laufen. Nur ein Buch lesen. Achtsamer sein.
Ich will wieder mehr nur eines zur Zeit tun. Danke an alle, die mir dabei helfen.

Autor: Ulrike Dauenhauer , http://www.doppelpunkt-praxis.de

Sichtweisen

Es muss nicht jeder Moment der Schönste sein. Du kannst den Moment aber so leben als wäre er der Schönste.

Menschen, die ihr Leben so wahrnehmen, finde ich weise.
Das sind dann die Sicht-Weisen.

Es geht mir nicht darum, einem Menschen, der Schweres durchmacht, zu sagen, er solle doch bitte das Schöne auch sehen. Vielmehr denke ich an all die alltäglichen Momente, deren schönen Seiten und faszinierenden Aspekte allzu oft untergehen, weil wir schon wieder dazu neigen, das zu sehen, was uns noch fehlen könnte zu unserem Glück. Daher soll dieser Spruch dazu ermutigen, im Alltag die kleinen Wunder wieder zu sehen und sich aktiv dafür einzusetzen, dass der eigene Tag gut wird und ich am Abend mit dem Gefühl des Dankes für die schönen Momente einschlafen kann.

Autor: Ulrike Dauenhauer, http://www.doppelpunkt-praxis.de