Traum oder Leben

Vielleicht ist das, was wir Leben nennen, ein Traum und das, was wir Traum nennen, das Leben. www.doppelpunkt-praxis.de

Manchmal frage mein Gegenüber ob es gerade wach ist oder träumt. Meist werde ich dann sehr erstaunt angeschaut, als würde ich diese Frage gar nicht ernst meinen. Diese Frage ist aber durchaus ernst gemeint. Woher bin ich mir sicher, dass ich wach bin? Ich erlebe im Traum sehr realistische Situationen (nicht nur, aber auch). Es können Situationen aus meinem Arbeitsalltag sein oder aus der Freizeit, aus der jüngeren oder älteren Vergangenheit oder seltsame Zusammenstellungen aus allem. Oft gibt es Anteile, die sehr realistisch sind. Vor allem im Traum weiß nicht – in aller Regel – nicht, dass ich träume. Ich erlebe etwas, oft sehr intensiv. Die Schlafforschung hat auch nachgewiesen, dass wir da allerlei Reaktionen – nicht nur Bewegungen, sondern auch im Herz-Kreislauf-System oder in den Hormonen – zeigen, die denen im Wachzustand entsprechen. Offenbar weiß also das träumende Hirn nicht, dass es träumt. Der ganze Organismus reagiert so, wie im Wachzustand. Ich finde das sehr spannend. Es eröffnet für mich Möglichkeiten.

Wie ist es dann anders herum? Woher weiß ich im Wachzustand, dass ich nicht träume? Diese Person gerade, die mir gegenüber sitzt, könnte ich auch im Traum treffen, auch an diesem Ort. Eine bestimmte Situation ist es meist nicht, an der ich wirklich sicher festmachen kann, dass ich im Wachmodus bin. Aber es können Sichtweisen sein. Bei mir zum Beispiel ist es so, dass  ich im Traum mich bisweilen von hinten sehe, so als wäre ich eine Kamera, die die Szene von hinten oben filmt. Diese Sicht habe ich im Wachmodus nie auf mich. Im Wachzustand hingegen sehe ich immer nur einen Teil von mir,  etwa ab Brust abwärts. Ich sehe – außer vor dem Spiegel – mein Gesicht nicht und auch nicht Teile davon wie das Kinn.

Vielleicht sind es noch ganz andere Faktoren, an denen jeder einzelne für sich definitiv fest machen kann, in welchem der beiden Modi er/sie sich gerade befindet. Dazu kann es helfen, wenn ich mich verschiedentlich genau das frage: Wache ich gerade oder träume ich? Und woher bin ich mir der Antwort, die ich mir selber gebe, sicher?

Wenn ich mir wiederholt diese Frage stelle, teile ich meinem Unterbewusstsein mit, dass es für mich interessant und wichtig ist, zu wissen, wo ich gerade bin. Es lernt, denn das tut es am liebsten. Die Frage, in welchem Zustand ich bin, wird zu einer „Kontrollfrage“, die es sich immer wieder stellt und auf die es Antworten findet. Damit erhöhe ich die Wahrscheinlichkeit sehr, dass mir diese Frage im Traum begegnet und ich sie auch dort klar beantworten kann. Wenn ich dann aber im Traum weiß, dass ich träume, eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten, neue Welten. Hat das Ihr Interesse geweckt? Wollen Sie dazu mehr erfahren? Wir helfen Ihnen gern weiter.

Autor: Ulrike Dauenhauer – http://www.doppelpunkt-praxis.de