Vergangenheitsangst oder Zukunftsfreude?

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben. (Albert Einstein) - www.doppelpunkt-praxis.de

In unserer Praxis erzählen viele Menschen von Dingen, die ihnen passiert sind – also in der Vergangenheit liegen – die sie heute noch belasten. Bisweilen sind diese Erlebnisse so wesentlich für diese Menschen geworden, dass sie die Zukunft (fast) nur noch durch die Brille der schlechten Vergangenheit sehen. Sie berichten von dem was war, und ich kann oft bei diesem Erzählen beobachten, dass der Erzähler das genau wieder zu erleben scheint. Somit wird durch das wiederholte Berichten der schlechten Erfahrung diese immer weiter im Gedächtnis verfestigt. Es fällt immer schwerer, die Zukunft als Möglichkeit wahrzunehmen, die nicht zwangsläufig durch die Vergangenheit vorbestimmt ist.

Es ist schon richtig, dass wir uns auch mit der Vergangenheit beschäftigen und sie möglicherweise nicht aus dem Blick verlieren sollten. Gerade was die aktuelle politische Situation angeht, halte ich das Wachhalten der Vergangenheit für essentiell, um die Zukunft besser zu gestalten.

Grundsätzlich bin ich aber davon überzeugt, dass ein Blick in die Zukunft wichtig ist für die nächsten Schritte, die ich vor mir habe. Ich halte es für wichtig, mich für die Möglichkeiten zu öffnen, die mir gegeben sind und zu schauen, wie ich das Beste daraus machen kann. Wenn ich dabei aber stets durch verdunkelte Brillengläser schaue, weil die Vergangenheit schlecht war – was immer das im Einzelfall bedeuten mag – so wird es schwer, die Zukunft als Möglichkeit der Verbesserung, als Zeit größerer Zufriedenheit, als Ort intensiveren Glücks zu erdenken. Und was ich nicht erdenken kann, wird mir unmöglich, es zu erschaffen. An der Zukunft kann ich aber mitwirken. Also lohnt es sich, genau hinzuschauen und positive Ziele darin zu visualisieren, um sie so möglich zu machen.

Autor: Ulrike Dauenhauer – Praxis Doppelpunkt